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Wenn nicht die Besten pfeifen, pfeifen dann die Käuflichen?

Stellen Sie sich vor, Sie würden die Lottozahlen des nächsten Monats im voraus wissen. So stelle ich mir eine Weltmeisterschaft aus der Sicht der FIFA vor.

Die FIFA macht auf mich einen total korrupten Eindruck. Es würde mich nicht wundern, wenn sie mit Fußball-Wetten Milliarden verdienen.

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Schiedsrichter-Debatte

"Bei einer Weltmeisterschaft pfeifen nicht die Besten"

Referees verärgern WM-Fans und Spieler. Doch Schiedsrichter von den Seychellen oder aus Mali sichern der Fifa Macht, sagt der frühere Referee Bernd Heynemann im Interview.

© Kevork Djansezian/Getty Images Europe

Koman Coulibaly erkennt den Treffer der USA nicht an. Michael Bradley ist vom Gegenteil überzeugt

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Ottmar Hitzfeld tobte, schimpfte. "Bei einer Weltmeisterschaft sollen die besten Schiedsrichter pfeifen, die auch in den großen Ligen aktiv sind, und nicht Referees, die irgendwo am Strand pfeifen." Der sonst recht besonnene Schweizer Nationaltrainer ärgerte sich nach dem Spiel gegen Chile über die Entscheidungen des Schiedsrichters Khalil Al-Ghamdi aus Saudi-Arabien. Der hatte den Schweizer Valon Behrami zu Unrecht vom Platz gespielt und beim Siegtor der Chilenen eine Abseitsstellung übersehen.

Die Liste der Fehlentscheidungen bei dieser Weltmeisterschaft ist lang: eine Kartenflut, übersehene Handspiele, Abseitstore, und nicht geahndete Tätigkeiten. Die Schiedsrichter fanden in den ersten 31 Turnierentscheidungen keine klare Linie.

  • Die Fifa-Schiedsrichterkommission
  • Die WM-Schiedsrichter
Die Fifa-Schiedsrichterkommission

Die Fifa-Schiedsrichterkommission ist zuständig für die Auswahl und Besetzung der WM-Schiedsrichter. Ihr Vorsitzender ist der Spanier Angel Maria Villar Llona. Einige Mitglieder der Kommission werden mit Korruption, Bestechung und dubiosen Finanztransaktionen in Verbindung gebracht. Zum Beispiel der Pole Michal Listkiewicz oder Brasiliens Verbandspräsident Ricardo Teixeira, ehemals Schwiegersohn des Fifa-Ehrenpräsidenten João Havelange und Vize-Chef der Kommission. Dazu der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Markus Merk: "Die Fifa- Schiedsrichterkommission ist überwiegend in spanischer Hand. Die Führung ist leider unberechenbar, darunter leiden vor allem die Schiedsrichter. Insgesamt ist das Vertrauen in die Kommission nicht sehr hoch."

Die WM-Schiedsrichter

29 Schiedsrichter stehen in der offiziellen Fifa-Liste zur WM 2010.

Zehn davon kommen aus Europa: Olegario Benquerenca (Portugal), Massimo Busacca (Schweiz), Frank de Bleeckere (Belgien), Martin Hansson (Schweden), Viktor Kassai (Ungarn), Stephane Lannoy (Frankreich), Roberto Rosetti (Italien), Alberto Undiano (Spanien), Howard Webb (England). Die deutschen Schiedsrichter werden von Wolfgang Stark vertreten.

Darüber hinaus setzt die Fifa sechs südamerikanische Schiedsrichter ein: Hector Baldassi (Argentinien), Jorge Larrionda (Uruguay), Pablo Pozo (Chile), Oscar Ruiz (Kolumbien), Carlos Simon (Brasilien) und Martin Vazquez (Uruguay).

Vier Schiedsrichter kommen aus Nord- und Zentralamerika: Joel Aguilar (El Salvador), Benito Archundia (Mexiko), Carlos Batres (Guatemala), Marco Rodriguez (Mexiko).

Dazu kommen vier asiatische und drei afrikanische Schiedsrichter sowie zwei Unparteiische aus Ozeanien: Khalil Al-Ghamdi (Saudi-Arabien), Ravshan Irmatov (Usbekistan), Subkhiddin Mohd Salleh (Malaysia), Yuichi Nishimura (Japan), Koman Coulibaly (Mali), Jerome Damon (Südafrika), Eddy Maillet (Seychellen), Michael Hester und Peter O´Leary (beide Neuseeland).

Carlos Simon

Carlos Simon, der Schiedsrichter, der die entscheidende Vorrundenpartie zwischen Deutschland und Ghana leiten wird, steht in seiner Heimat Brasilien massiv unter Kritik. Weil er in einer Partie einen klaren Elfmeter nicht pfiff und stattdessen auf Schwalbe entschied, schickte der betroffene brasilianische Klub Bildmaterial und einen Protestbrief an die Fifa. Im November 2009 wurde Simon gar vom eigenen Nationalverband für sechs Wochen gesperrt – aufgrund einer Serie fragwürdiger Fehlentscheidungen. Die Fifa nahm ihn trotzdem mit nach Südafrika. Simon bestreitet bereits seine dritte Weltmeisterschaft.

Dabei fallen immer wieder Unparteiische aus kleinen Fußballnationen auf. Die Partie Chile gegen Honduras wurde durch eine schwache Leistung von Eddy Maillet von den Seychellen getrübt. "Er war nicht gut genug. Es war keine WM-reife Leistung", bemängelte später Hellmut Krug, Mitglied der neuen Schiedsrichter-Kommission im DFB.

Und das US-Team fühlte sich nach dem 2:2 gegen Slowenien gar betrogen. Beim einwandfreien Siegtreffer durch Maurice Edu sah Koman Coulibaly aus Mali eine Regelwidrigkeit. "Ich habe kein Foul gesehen. Uns wurde ein Tor genommen", sagte Landon Donovan über den Unparteiischen.

Übersicht zu diesem Artikel:

  1. Seite 1 "Bei einer Weltmeisterschaft pfeifen nicht die Besten"
  2. Seite 2 "Damit sollen Machtstrukturen und Wahlen abgesichert werden"
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