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“Allerlei dubiose Gestalten in der FIFA-Schiedsrichter-Kommission”

Der Videobeweis ist die einzige Möglichkeit, 99,9 % der Fehlentscheidungen zu korrigieren. Der wird abgelehnt.

Wenn die Fifa für Betrug und Manipulation ist, dann ist sie korrupter Haufen Krimineller.

Betrug und Manipulation sind eigentlich nur Vortaten zum perfekten Wettbetrug. Wettbetrug durch die Fifa ist nicht unmöglich. Dafür spricht inzwischen vieles.

Gibt es einen vernünftigen Grund, warum man sich so vehement gegen den Videobeweis sträubt, der in anderen Sportarten selbstverständlich ist?

Fußball ohne Videobeweis führt zu Betrug bzw. Korruption, wie man bei dieser WM bereits mehrfach gesehen hat. Auch wenn sie 5 Torrichter hinten reinstellen. Der Betrug passiert zu 99,9 % auf dem Spielfeld, nicht auf der Torlinie.

So wurde Spanien ins Endspiel gepfiffen:

Gegen Portugal brachte Spanien ein klares Abseitstor den Sieg. Spanien wurde auf betrügerische Weise ins Viertelfinale gepfiffen.

Paraguay wurde ganz gezielt betrogen. Das Spiel gegen Spanien pfiff ausgerechnet der Schiedsrichter aus Guatemala, der bereits bei der WM 2002 gegen Deutschland dafür sorgte, dass Deutschland mit Hängen und Würfen 1:0 gewann. Er verwehrte Paraguay damals einen klaren Elfmeter.

Diesmal verweigerte er Paraguay das 1:0 durch den Dortmunder Valdez wegen angeblichen Abseits. Eine klare Fehlentscheidung. Jeder konnte sehen, dass Valdez bei der Ballabgabe nicht im Abseits stand. Paraguay blieb zum zweiten Mal durch Betrug des gleichen Schiedsrichters eine Sensation verwehrt.

Und wie wurde Deutschland betrogen?

Rein zufällig bekam Villa gegen Honduras, trotz unübersehbarer Tätlichkeit, keine rote Karte. Der Schiedsrichter hatte alles im Blickfeld. Villa hätte auch noch nachträglich für 1-2 Spiele­ gesperrt werden müssen!

Rein zufällig hat Müller eine unberechtigte gelbe Karte erhalten, weil der Ball nur versehentlich seinen Arm streifte.

Rein zufällig hat zuvor der Argentinier Di Maria für sein absichtliches Handspiel keine gelbe Karte erhalten.

Rein zufällig wurde kurz vor der Halbzeit den Deutschen ein klarer Elfmeter verweigert.

Rein zufällig wurde demnach alles getan, was möglich war, damit Spanien gegen Deutschland gewinnt.

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Die Fifa schweigt eisern

Die Schiedsrichter sind bei dieser Weltmeisterschaft so oft wie selten zuvor in die Kritik geraten. Die Fifa blockt alle Fragen zu falschen Entscheidungen und Reformen ab. Auf technische Hilfsmittel will man nicht zurückgreifen.

Nach einem entspannten Lunch im „Fifa Club“ zwei Etagen höher schlendert Ángel María Villar Llona über den Flur. Der Chef der Fifa-Schiedsrichterkommission, bleibt freundlich stehen und hört sich die Frage an. Dann werden seine Augen ganz klein, er guckt grimmig und hat es plötzlich sehr eilig. „Zur Schiedsrichter-Frage“, zischt Villar Llona, „hören sie von mir kein einziges Wort.“

Auch Vizepräsident Chung Mong-Joon, Uefa-Präsident Michel Platini oder Fifa-Präsident Joseph Blatter - alle sind sie schwer beschäftigt mit Speis und Trank und Ruhepausen. Und schließlich, was regt sich die Welt auf, haben sie doch schon alles zum Thema gesagt. Anfang März etwa, nach der Sitzung des für die Regeln zuständigen International Football Association Boards (Ifab).

Damals übrigens stimmten auch zwei der vier britischen Verbände, die sich jetzt kollektiv über das nicht gegebene Lampard-Tor beschweren, im Ifab gegen die Einführung von Torkamera, Chip im Ball und Videobeweis. Auf die Aussagen nach jener Ifab-Sitzung verwies man nun erneut. Damals erklärte Blatter: „Wieso sollte man die Verantwortung des Schiedsrichters jemandem anderen übertragen? Selbst eine Zeitlupeneinstellung bringt keine Klarheit.“

Diese WM bewies das Gegenteil.
Blatter behauptete übrigens auch: „Wird das Spiel für einen Entscheid unterbrochen, könnte es den natürlichen Gang des Spiels beeinflussen und einem beliebigen Team eine Torchance nehmen.“
Über die Diskussionen im Anschluss an strittige Entscheidungen, wie am Sonntag nach dem Lampard-Tor (bei England gegen Deutschland) als auch das Abseits-Tor von Tevez (bei Argentinien gegen Mexiko) sagt er nichts. Vielleicht, weil sonst jemand auf die Idee käme, eine klare Korrektur per Fernsehbild brächte Zeitersparnis.
Wenn man ganz böse wäre, könnte man sogar glauben, die Fifa habe vielleicht kein gar so großes Interesse an einem saubereren Sport, weil sich sonst ihre sportpolitischen Einflussmöglichkeiten verringern würden.
In der Fifa-Schiedsrichterkommission tummeln sich neben dem Spanier Villar Llona allerlei dubiose Gestalten, allen voran Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira, der daheim in etliche Schiedsrichter-Skandale verstrickt war.
Teixeira, ist Organisationschef der WM 2014, hat seinen Sitz im Fifa-Exekutivkomitee quasi auf Lebenszeit und ist für seine schwarzen Nebeneinnahmen in Millionenhöhe berüchtigt. So ließ er sich etwa vom einstigen Fifa-Marketingpartner ISL / ISMM bestechen.
Zur Referee-Kommission gehört auch der Pole Michal Listkiewicz, daheim als ehemaliger Verbandschef für Korruption, Schiedsrichterbestechung und etliche andere Skandale mitverantwortlich. Blatter hat Listkiewicz stets gestützt.
Schiedsrichter-Obmann der Fifa ist ein Spanier: José María Garcia-Aranda. Und der hat kürzlich festgestellt: „Wir haben bisher exzellente Schiedsrichter-Leistungen gesehen. Ich bin sehr, sehr zufrieden.“
Die Schiedsrichter sind das schwächste Glied in der Kette. Sie machen die Arbeit, sie machen Fehler, sie können irren. Doch die Technik darf ihnen nicht helfen.
Selten wurde das so klar wie am Sonntagabend, als im Soccer City Stadium das Abseitstor von Tevez über die Großbildschirme flimmerte, die mexikanischen Spieler sich mächtig erregten, der italienische Schiedsrichter Roberto Rosetti aber regelgemäß den Fehler nicht korrigierte. Fußball absurd.

Hätte sich Rosetti korrigiert, hätte er womöglich einen Fairplay-Preis gewonnen, aber seine Karriere als Fifa-Schiedsrichter wäre beendet. Die WM-Schiedsrichter dürfen sich nicht zu derlei fundamentalen Vorgängen äußern. Fragt man sie nach dem Video-Beweis, so sind sie alle dagegen. Das System lässt keine eigene Meinung zu, das System zwingt zur Unwahrheit.

Es fällt auf, dass sich immer nur ehemalige Schiedsrichter, wie etwa Markus Merk, zum Technik-Einsatz bekennen. Deutschlands aktueller WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark dagegen spricht sich vehement gegen den Video-Beweis aus. Das ist formal korrekt. Das gefällt Joseph Blatter. Das ist vielleicht sogar Starks wirkliche Meinung. Aber das hilft bei dieser Weltmeisterschaft niemandem weiter. Schon gar nicht denjenigen, die durch schwere Fehler betrogen wurden.

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